Michael Schmitt

Priester in Ausbildung

Die Frohe Botschaft nicht für sich behalten

Seine Berufung beschreibt Michael Schmitt als längeren Prozess, für den viele kleinere Ereignisse eine Rolle gespielt haben. Und vor allem Begegnungen mit Menschen, die schon auf dem Weg waren. Über seine Messdienertätigkeit lernte er mehrere Priesteramtsanwärter kennen; es entwickelte sich ein reger Austausch, aus dem auch Freundschaften entstanden. Mit 16 erlebte er zum ersten Mal bewusst eine Priesterweihe mit und war beeindruckt; besonders die spürbare Entschlossenheit des Kandidaten, sein Leben in den Dienst eines bestimmten Auftrags zu stellen, inspirierte ihn. 

Das könnte auch meine Berufung sein: Dieses Gefühl verstärkte sich – für ihn eher unmerklich – im Zuge vieler weiterer Gespräche. Bis er nach dem Abitur so weit war, sich darauf einzulassen und die Ausbildung zum Priester zu beginnen, obwohl noch nicht alle Fragen beantwortet waren. Doch das, davon geht Michael Schmitt heute aus, wird ohnehin nie so sein. Macht aber nichts. Entscheidend ist für ihn die Begeisterung für das Evangelium: Die Frohe Botschaft hat ihn nie losgelassen, und er möchte er sie nicht für sich behalten.

Sein Leitspruch: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“– Matt 25,40

Vernunft und Glauben ins Gespräch bringen

Das muss für ihn unbedingt sein. Weil es vielen so scheint, als sei der christliche Glaube ein Zeichen von Unvernunft, als entziehe er sich grundsätzlich jeder Erklärung. Umso mehr gelte es, immer wieder deutlich zu machen, dass und warum das eben nicht der Fall ist. „Bei den Wundern, die Christus wirkte, geht es nicht um die Außerkraftsetzung der Naturgesetze, sondern um eine ganz andere Ebene.“ Zum Beispiel die wundersame Brotvermehrung: Hier liegt das Wunder für Michael Schmitt darin, dass sich die Haltung der Menschen veränderte und ein selbstloses Teilen in Gang kam, das aus fünf Broten und zwei Fischen am Ende tatsächlich Nahrung für Tausende werden ließ. 

Spannend, herausfordernd, vielseitig

So erlebt er seinen Arbeitsalltag. Zu seelsorgerischen Aufgaben wie Schulgottesdiensten oder Kommunion- und Firmvorbereitung sind seit seiner Diakonweihe vier weitere Tätigkeitsfelder dazugekommen: Predigten halten, taufen, beerdigen, bei Trauungen assistieren. Menschen an entscheidenden Punkten ihres Lebens begleiten zu dürfen, das ist für ihn eine herausfordernde und zugleich besonders schöne Aufgabe. Die damit verbundene Vielfalt mag er sehr, auch dass sie so viel mit Kreativität zu tun hat – nicht nur, wenn es um Predigten geht, mit denen man Menschen etwas mit auf den Weg geben will.

Privatvergnügen: im Stadion

In seiner Pfarrei ist er natürlich nie einfach nur Michael, sondern Diakon Schmitt – also jemand, der offiziell für die Kirche steht. Deshalb zieht es ihn an seinem freien Tag schon mal an Orte, an denen er ganz „privat“ sein kann. Am allerliebsten geht er ins Fußballstadion, gerne auch in der dritten Liga: weniger Kommerz, mehr Spaß am Spiel.